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71. Nobelpreisträgertagung: Die ganze Welt am Bodensee

Pressemitteilung vom 01.07.2022

Bei der 71. Lindauer Nobelpreisträgertagung trafen sich 32 Laureaten aus der Chemie mit rund 500 jungen Forschenden aus 90 Nationen. Für viele war diese Woche am Bodensee, die unter dem Leitmotiv „Educate – Inspire – connect“ steht, ein unvergessliches Erlebnis – dazu gehören die Ulmer Chemie-Doktoranden Benedikt Bagemihl und Oleg Borodin. Im Anschluss an die Tagung besuchen 17 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, Amerika, Asien und Australien die Universität Ulm. Sie alle interessieren sich für die Ulmer Forschung zur Energiewandlung und -speicherung.

Benedikt Bagemihl promoviert am Institut für Anorganische Chemie I der Universität Ulm über Verfahren zur Umwandlung und chemischen Speicherung von Sonnenenergie – der sogenannten Photokatalyse. Der 27-jährige Doktorand war bei der LINO2022, so die Kurzbezeichnung für diese besondere Veranstaltung, mit dabei. Er hat dafür ein mehrstufiges hochkompetitives Auswahlverfahren durchlaufen. „Ich finde es super hier unter so vielen anderen interessierten und engagierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus der ganzen Welt. Der Austausch ist wirklich sehr intensiv, und man kommt mit den anderen schnell ins Gespräch, auch wenn man nicht auf demselben Gebiet forscht“, so Bagemihl. Das findet auch Oleg Borodin. Der Ukrainer war bis Ende Mai Doktorand im Institut für Organische Chemie I, wo unter anderem zu neuartigen organischen Materialien für Solarzellen geforscht wird. Borodin hatte bereits eine Zusage für die Tagung vor zwei Jahren, die dann coronabedingt ausfallen musste. Im letzten Jahr konnte er immerhin an der digitalen LINO2021 teilnehmen. „Ich bin sehr glücklich, dass es im dritten Anlauf jetzt geklappt hat und ich dieses Jahr in Lindau richtig mit dabei sein durfte. Es war großartig!“, freut sich Borodin, der nach der Tagung weiter nach Schottland fliegen wird, um dort eine Postdoc-Stelle anzutreten.

Gerade auch die Gespräche mit Nobelpreisträgern wie dem deutschen Chemiker Professor Robert Huber haben die jungen Chemiker sehr beeindruckt. „Man lernt diese tollen Wissenschaftler als Menschen kennen und erfährt, wie die Kindheit sie geprägt hat und wie sehr sich ihr Leben mit dem Nobelpreis verändert hat“, erzählt Bagemihl begeistert, der auch bei der großen Abschlussveranstaltung am Freitag mit an Bord der MS Sonnenkönigin war. Denn einer der Höhepunkte der Nobelpreisträgertagung ist die traditionelle Bootsfahrt auf dem Bodensee zur Insel Mainau, organisiert von Baden-Württemberg international (BW_i). An Deck des mehrstöckigen Schiffes stellen sich die Landesuniversitäten mit ausgewählten Forschungsthemen aus der Chemie vor. Bagemihl vertrat hier das Institut für Anorganische Chemie I mit einem Forschungsprojekt zu Selbstreparaturmechanismen von Photokatalysatoren. Das Exponat vor Ort: ein modularer Photoreaktor für den Laboreinsatz.

Internationale Gäste besuchen im Anschluss die Uni Ulm
Für Verfahren und Technologien zur Umwandlung und Speicherung von Energie interessieren sich auch 17 internationale junge Chemikerinnen und Chemiker, die im Anschluss an die Nobelpreisträgertagung am 5. Juli nach Ulm kommen. Die aus 15 verschiedenen Ländern stammenden Doktorandinnen und Doktoranden sind zu Gast an der Universität Ulm, um sich dort über einen der zentralen Forschungsschwerpunkte sowie über offene Postdoc-Stellen zu informieren. Die Wissenschaftsstadt Ulm gehört mit dem Helmholtz-Institut Ulm (HIU), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Universität Ulm zu den weltweit führenden Standorten auf dem Gebiet der Energiewandlung und -speicherung.

Die internationalen Gäste lernen bei ihrem Besuch in Ulm den bundesweit einzigen Exzellenzcluster zur Batterieforschung – POLiS „Energiespeicherung jenseits von Lithium“ –
kennen sowie den jüngst verlängerten Transregio-Sonderforschungsbereich „CataLight“, der sich mit der nachhaltigen Nutzung von Sonnenenergie für die Produktion von grünem Wasserstoff befasst. Darüber hinaus präsentiert sich die Universität Ulm mit ihrer Nachwuchsakademie ProTrainU. Die Nobelpreisträgertagung in Lindau führt den internationalen Forschungsnachwuchs also nicht nur an den Bodensee, sondern bis hinauf in die Ulmer Wissenschaftsstadt.

(Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm, Am 5. Juli kamen schließlich 14 Studierende aus aller Welt an die Universität Ulm, um sich hier über die Forschung zur Energiewandlung und -speicherung zu informieren. Drei mussten krankheitsbedingt absagen.)

Universität Ulm

Die LINO2022 begeistert junge Forschende aus Ulm und für Ulm

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